Snapseed

Bild vom Entwickler.

Wer Fotos auf dem Smartphone nicht nur schnell mit einem Filter versehen, sondern wirklich bearbeiten möchte, sollte sich Snapseed einmal genauer ansehen.

Der Foto-Editor von Google gehört zu den umfangreicheren Bildbearbeitungs-Apps für mobile Geräte und bringt zahlreiche Werkzeuge mit, die man sonst eher aus professionellen Programmen kennt.

Das Beste daran:

Snapseed ist kostenlos, kommt ohne Abo, ohne Werbung und ohne Wasserzeichen aus.

Von klassischer Belichtungs- und Farbkorrektur über RAW-Bearbeitung bis hin zu Filmsimulationen, intelligenten Masken und Doppelbelichtungen bietet die App mehr als 30 Werkzeuge und Filter.

Professionelle Bildbearbeitung ohne Abo

Viele moderne Foto-Apps bieten ihre interessantesten Funktionen inzwischen nur noch über ein kostenpflichtiges Abonnement an.

Snapseed geht einen anderen Weg.

Die Werkzeuge stehen ohne:

  • Abo

  • In-App-Käufe

  • Werbung

  • Wasserzeichen

zur Verfügung.

Damit eignet sich die App sowohl für schnelle Korrekturen als auch für deutlich aufwendigere Bearbeitungen.

Nicht-destruktive Bearbeitung

Besonders praktisch ist die nicht-destruktive Bildbearbeitung.

Änderungen werden nicht sofort dauerhaft in das Originalbild geschrieben.

Stattdessen könnt ihr einzelne Bearbeitungsschritte später wieder verändern oder vollständig zurücknehmen.

Wenn euch das Ergebnis irgendwann nicht mehr gefällt, lässt sich jederzeit zum ursprünglichen Foto zurückkehren.

Gerade beim Experimentieren mit Farben, Filtern oder Kontrasten ist das sehr angenehm.

JPG und RAW bearbeiten

Snapseed beschränkt sich nicht auf normale JPG-Dateien.

Die App unterstützt auch verschiedene RAW-Dateiformate.

RAW-Dateien enthalten wesentlich mehr ursprüngliche Bildinformationen als bereits komprimierte JPGs und bieten dadurch mehr Spielraum bei der späteren Bearbeitung.

So lassen sich beispielsweise:

  • Belichtung

  • Weißabgleich

  • Schatten

  • Lichter

  • Kontrast

deutlich präziser anpassen.

Gerade wer mit einer Kamera oder einem Smartphone fotografiert, das RAW-Aufnahmen unterstützt, kann davon profitieren.

Neue Snapseed-Kamera mit eigenen Looks

Ein besonders interessantes Werkzeug ist die Snapseed-Kamera.

Damit könnt ihr bereits beim Fotografieren eigene Stile beziehungsweise Filmsimulationen verwenden.

Statt ein Bild erst aufzunehmen und danach zu bearbeiten, seht ihr den gewünschten Look direkt während der Aufnahme.

Die Effekte bleiben trotzdem nachträglich bearbeitbar.

Gefällt euch die Bearbeitung später nicht mehr, kann sie verändert oder vollständig zurückgesetzt werden.

Damit verbindet Snapseed Kamera und Bildbearbeitung deutlich enger miteinander.

Intelligente Maskierung mit einem Fingertipp

Eine weitere praktische Funktion ist die intelligente Maskierung.

Snapseed kann beispielsweise automatisch erkennen:

  • das Hauptmotiv

  • Personen

  • den Hintergrund

Anschließend lassen sich einzelne Bereiche gezielt bearbeiten.

So könnt ihr beispielsweise nur den Hintergrund abdunkeln, während die Person im Vordergrund unverändert bleibt.

Oder ihr erhöht nur beim eigentlichen Motiv Kontrast und Sättigung.

Das spart deutlich Zeit gegenüber einer komplett manuellen Auswahl.

Selektive Anpassungen für einzelne Bildbereiche

Wer noch etwas mehr Kontrolle möchte, kann die selektiven Anpassungen verwenden.

Damit lassen sich bestimmte Bereiche eines Fotos gezielt bearbeiten.

Möglich sind beispielsweise Änderungen an:

  • Helligkeit

  • Kontrast

  • Sättigung

Der Rest des Bildes bleibt dabei unverändert.

Gerade bei Landschaftsaufnahmen ist das praktisch.

Vielleicht ist der Himmel bereits perfekt belichtet, während der Vordergrund etwas zu dunkel geraten ist.

Dann muss nicht gleich das komplette Foto verändert werden.

Mehrere Bilder gleichzeitig bearbeiten

Neu beziehungsweise besonders praktisch für größere Fotoserien ist die Bulk-Bearbeitung.

Eigene Looks und Bearbeitungen können auf mehrere Fotos gleichzeitig angewendet werden.

Das kann beispielsweise sinnvoll sein bei:

  • Urlaubsbildern

  • Produktfotos

  • Social-Media-Serien

  • Blogbildern

  • Event-Fotos

Habt ihr einen bestimmten Look erstellt, muss dieser nicht bei jedem Bild erneut von Hand nachgebaut werden.

Eigene Looks speichern

Gefällt euch eine bestimmte Kombination aus:

  • Farbkorrektur

  • Kontrast

  • Filmfilter

  • Körnung

  • Vignette

könnt ihr diese Einstellungen als eigenen Look speichern.

Dadurch entsteht mit der Zeit eine kleine Sammlung eigener Presets.

Gerade wenn ihr für euren Blog, Instagram oder andere Projekte einen einheitlichen Bildstil verwendet, kann das sehr hilfreich sein.

Filmsimulationen für analoge Looks

Snapseed bietet inzwischen eine ganze Reihe realistischer Filmsimulationen.

Damit lässt sich der Look klassischer analoger Filmaufnahmen nachbilden.

Dazu gehören beispielsweise:

  • charakteristische Farben

  • Kontrastverhalten

  • Filmkörnung

  • weiche Spitzlichter

  • typische Farbstimmungen

Die Bilder sollen dadurch weniger nach einem einfachen Instagram-Filter und mehr nach echtem Filmmaterial aussehen.

Lichthofeffekte für analoge Atmosphäre

Mit den Lichthofeffekten lassen sich typische optische Erscheinungen alter Objektive und Filme simulieren.

Helle Bereiche können dadurch weich ausstrahlen und eine Art Glanz entwickeln.

Gerade bei:

  • Nachtaufnahmen

  • Gegenlicht

  • Straßenlaternen

  • Neonbeleuchtung

  • Sonnenuntergängen

kann das für einen sehr filmischen Look sorgen.

Bloom für weichere Lichter

Ähnlich funktioniert das neue beziehungsweise überarbeitete Bloom-Werkzeug.

Damit werden helle Lichtquellen leicht gestreut.

Das Bild bekommt dadurch eine weichere, fast verträumte Atmosphäre.

Der Effekt eignet sich besonders gut für:

  • Porträts

  • Abendaufnahmen

  • Stadtbilder bei Nacht

  • romantische Fotos

  • filmische Looks

Wichtig ist allerdings, Bloom nicht zu stark einzusetzen.

Sonst wirkt das Bild schnell künstlich.

Unerwünschte Objekte entfernen

Mit dem Werkzeug Reparieren lassen sich störende Elemente aus Bildern entfernen.

Das kann zum Beispiel hilfreich sein, wenn:

  • jemand durchs Bild läuft

  • ein kleiner Gegenstand stört

  • Müll auf dem Boden liegt

  • ein Kabel im Bild sichtbar ist

  • kleinere Hautunreinheiten korrigiert werden sollen

Man markiert den entsprechenden Bereich und Snapseed versucht, ihn automatisch aus den umliegenden Bildinformationen zu rekonstruieren.

Bei einfachen Strukturen funktioniert das oft erstaunlich gut.

Doppelbelichtung für kreative Bilder

Mit der Funktion Doppelbelichtung können zwei Fotos miteinander kombiniert werden.

Dafür stehen verschiedene Überblendungsmodi zur Verfügung.

So lassen sich beispielsweise:

  • Porträts mit Landschaften kombinieren

  • Silhouetten mit Strukturen füllen

  • kreative Collagen erstellen

  • Licht- und Farbeffekte hinzufügen

Die Funktion erinnert an klassische Doppelbelichtungen aus der analogen Fotografie, wurde aber natürlich auf die digitale Bearbeitung übertragen.

Umfangreiche Porträt-Werkzeuge

Auch für Porträts bietet Snapseed mehrere spezielle Funktionen.

Damit lassen sich unter anderem:

  • Lichtverhältnisse verbessern

  • Gesichtspositionen verändern

  • Gesichtszüge leicht anpassen

  • Hauttöne optimieren

  • der Hintergrund weichzeichnen

Gerade beim letzten Punkt hilft auch das Werkzeug Fokuseffekt.

Damit lässt sich künstliche Hintergrundunschärfe beziehungsweise ein Bokeh-Effekt erzeugen.

Glamour Glow

Mit Glamour Glow kann einem Bild ein weicher Glanz hinzugefügt werden.

Der Effekt eignet sich besonders für:

  • Mode

  • Beauty

  • Porträts

  • Lifestyle-Aufnahmen

Je nach Stärke kann das Ergebnis sehr dezent oder deutlich sichtbar ausfallen.

Auch hier gilt:

Weniger ist meistens mehr.

Kurven für präzise Belichtungskorrektur

Wer tiefer in die Bildbearbeitung einsteigen möchte, bekommt mit den Kurven ein ziemlich mächtiges Werkzeug.

Damit lassen sich die Tonwerte eines Fotos sehr präzise verändern.

Ihr könnt beispielsweise:

  • Schatten abdunkeln

  • Mitteltöne aufhellen

  • Lichter reduzieren

  • den Kontrast erhöhen

Damit sind deutlich feinere Anpassungen möglich als mit einem einfachen Helligkeitsregler.

HSL für einzelne Farben

Mit Farbe HSL lassen sich einzelne Farben separat bearbeiten.

HSL steht für:

Hue – Farbton

Saturation – Sättigung

Luminance – Helligkeit

Damit könnt ihr beispielsweise nur das Blau des Himmels verändern, ohne gleichzeitig Hauttöne oder grüne Pflanzen zu beeinflussen.

Gerade bei Landschafts- und Reisefotos ist das extrem praktisch.

Dunst entfernen

Bei Landschaftsaufnahmen entstehen durch Nebel, Dunst oder Gegenlicht häufig etwas flache Bilder.

Das Werkzeug Dunst entfernen versucht, Kontrast und Details zurückzuholen.

Dadurch können entfernte Berge, Gebäude oder Landschaften deutlich klarer erscheinen.

Auch bei leicht verwaschenen Bildern kann die Funktion hilfreich sein.

Perspektiven korrigieren

Wer Gebäude fotografiert, kennt das Problem:

Hohe Häuser scheinen auf Fotos nach hinten zu kippen.

Mit dem Werkzeug Perspektive lassen sich solche sogenannten stürzenden Linien korrigieren.

Das ist besonders praktisch bei:

  • Architektur

  • Innenräumen

  • Gebäuden

  • Straßenaufnahmen

Auch der Horizont kann angepasst werden.

Zuschneiden und Drehen

Natürlich fehlen auch die klassischen Werkzeuge nicht.

Fotos können:

  • frei zugeschnitten

  • auf Standardformate gebracht

  • um 90 Grad gedreht

  • gerade ausgerichtet

werden.

Gerade für Social Media oder Blogbeiträge ist das wichtig, da dort häufig bestimmte Seitenverhältnisse benötigt werden.

Pinsel für gezielte Retusche

Mit dem Pinsel-Werkzeug lassen sich bestimmte Bildbereiche direkt per Finger bearbeiten.

Dabei können beispielsweise verändert werden:

  • Belichtung

  • Sättigung

  • Helligkeit

  • Farbtemperatur

Damit lässt sich sehr gezielt arbeiten.

Ein Beispiel:

Das Gesicht ist etwas zu dunkel, aber der Rest des Fotos ist perfekt belichtet.

Dann könnt ihr nur das Gesicht leicht aufhellen.

Details hervorheben

Das Werkzeug Details hebt Strukturen innerhalb eines Fotos hervor.

Das funktioniert beispielsweise gut bei:

  • Architektur

  • Landschaften

  • Tierfotos

  • Produktbildern

Bei Porträts sollte man allerdings vorsichtiger sein.

Zu starke Details können Haut schnell unnatürlich wirken lassen.

Klassischer Schwarz-Weiß-Look

Auch Fans von Schwarz-Weiß-Fotografie kommen auf ihre Kosten.

Snapseed bietet einen speziellen Schwarz-Weiß-Modus, der sich an klassischen Dunkelkammer-Looks orientiert.

Dabei können Kontrast und Tonwerte angepasst werden, statt das Bild einfach nur komplett zu entsättigen.

Dadurch entstehen deutlich interessantere Schwarz-Weiß-Aufnahmen.

Vignette für mehr Fokus

Mit einer Vignette können die Ränder des Fotos gezielt abgedunkelt werden.

Dadurch wird der Blick stärker auf das Motiv in der Bildmitte gelenkt.

Der Effekt ist besonders beliebt bei:

  • Porträts

  • Street Photography

  • Retro-Fotos

  • dramatischen Landschaften

Auch hier sollte die Stärke allerdings eher dezent gewählt werden.

Zeichenfläche erweitern

Mit Erweitern lässt sich die Bildfläche vergrößern.

Dadurch entsteht zusätzlicher Platz rund um das bestehende Foto.

Je nach Motiv kann Snapseed versuchen, die neuen Bereiche automatisch passend zum Bildinhalt zu ergänzen.

Das kann beispielsweise nützlich sein, wenn ein Bild für ein bestimmtes Seitenverhältnis angepasst werden muss.

Weißabgleich

Mit dem Weißabgleich lässt sich die Farbtemperatur verändern.

Ist ein Foto beispielsweise zu:

blau

oder

gelb

kann die Farbwirkung korrigiert werden.

Alternativ könnt ihr den Weißabgleich bewusst kreativ verändern und einem Bild einen wärmeren oder kühleren Look geben.

Farbtonkontrast

Mit Farbtonkontrast können Strukturen und Details in unterschiedlichen Helligkeitsbereichen hervorgehoben werden.

Dazu gehören:

  • Schatten

  • Mitteltöne

  • Lichter

Dadurch kann ein Foto deutlich plastischer wirken.

Mehr als nur eine Filter-App

Snapseed wirkt auf den ersten Blick relativ simpel.

Unter der Oberfläche steckt allerdings ein ziemlich umfangreicher Werkzeugkasten.

Gerade die Kombination aus:

RAW-Unterstützung, Kurven, HSL, Maskierung, selektiver Bearbeitung, Reparatur, Filmlooks und nicht-destruktivem Workflow

macht die App deutlich interessanter als viele klassische Filter-Apps.

Gleichzeitig bleibt die Bedienung vergleichsweise einfach.

Ideal für Smartphone-Fotografie

Natürlich ersetzt Snapseed keine vollständige Desktop-Anwendung wie Photoshop, Lightroom oder Capture One.

Das will die App auch gar nicht unbedingt.

Für die Bearbeitung direkt auf Smartphone oder Tablet bietet sie aber erstaunlich viele Möglichkeiten.

Gerade wenn man unterwegs:

  • ein Blogbild bearbeiten

  • ein Urlaubsfoto optimieren

  • einen Social-Media-Beitrag vorbereiten

  • ein Porträt korrigieren

  • oder einen bestimmten Filmlook erzeugen

möchte, reicht Snapseed häufig vollkommen aus.

Komplett kostenlos

Einer der größten Pluspunkte bleibt allerdings das Preismodell.

Snapseed benötigt kein:

Abo.

Es gibt keine:

Werbung.

Und exportierte Bilder erhalten kein:

Wasserzeichen.

Das ist inzwischen alles andere als selbstverständlich.

Gerade bei leistungsfähigeren Foto-Editoren sind viele Funktionen normalerweise hinter einem kostenpflichtigen Premium-Abo versteckt.

Snapseed bietet dagegen seinen kompletten Werkzeugkasten ohne laufende Kosten.

Fazit

Snapseed gehört weiterhin zu den interessantesten kostenlosen Foto-Editoren für mobile Geräte.

Google bietet mehr als 30 Werkzeuge und Filter, darunter professionelle Funktionen wie:

  • RAW-Bearbeitung

  • Kurven

  • HSL

  • intelligente Maskierung

  • selektive Anpassungen

  • Reparatur

  • Doppelbelichtung

  • Filmsimulationen

  • Bulk-Bearbeitung

Hinzu kommen klassische Werkzeuge für Perspektive, Weißabgleich, Zuschneiden, Schwarz-Weiß, Vignette und Porträts.

Besonders positiv ist der nicht-destruktive Workflow.

Man kann ausprobieren, verändern und auch später wieder zum Original zurückkehren.

Und das alles weiterhin ohne Abo, Werbung oder Wasserzeichen.

Wer seine Smartphone-Fotos etwas ernsthafter bearbeiten möchte, ohne direkt Geld für eine Foto-App auszugeben, sollte Snapseed deshalb definitiv einmal ausprobieren.

Hier geht es zum Store!