F-Droid 2.0 startet: Neuer Look, bessere Suche und modernere Technik

Wer auf Android gerne abseits des Google Play Stores unterwegs ist und Wert auf freie sowie quelloffene Apps legt, dürfte F-Droid kennen.
Der alternative App-Store gehört seit Jahren zu den wichtigsten Anlaufstellen für Open-Source-Anwendungen unter Android. Optisch wirkte die offizielle F-Droid-App allerdings inzwischen etwas aus der Zeit gefallen.
Das ändert sich jetzt.
Mit F-Droid 2.0 startet das Projekt die größte Überarbeitung seiner Android-App seit rund zehn Jahren. Neben einem komplett neuen Design wurden auch Navigation, Suche, App-Entdeckung, Updates und große Teile der technischen Basis überarbeitet.
Mehr als nur ein neues Design
F-Droid selbst bezeichnet Version 2.0 ausdrücklich nicht als einfachen neuen Anstrich.
Die Benutzeroberfläche wurde weitgehend neu entwickelt und stärker an moderne Android-Apps angepasst. Dabei orientiert sich F-Droid unter anderem an Material Design.
Unter der Haube setzt die neue Version außerdem auf Kotlin und Jetpack Compose. Damit verabschiedet sich F-Droid von Teilen seiner inzwischen ziemlich alten technischen Grundlage und schafft gleichzeitig eine modernere Basis für zukünftige Entwicklungen.
Das Ergebnis soll sich auf aktuellen Android-Geräten deutlich vertrauter anfühlen.
Nur noch drei wichtige Bereiche
Besonders sichtbar wird die Überarbeitung bei der Navigation.
F-Droid 2.0 konzentriert die Hauptnavigation auf drei Bereiche:
Entdecken
Suche
Meine Apps
Unter Meine Apps findet man installierte Anwendungen, verfügbare Updates und mögliche Probleme.
Die Kategorien wurden dagegen direkt in den Entdecken-Bereich integriert.
Einstellungen und die Funktion zum Teilen von Apps mit Geräten in der Nähe bleiben weiterhin erreichbar, beanspruchen aber keinen eigenen Platz mehr in der Hauptnavigation.
Dadurch wirkt die Anwendung insgesamt deutlich aufgeräumter.
Apps sollen leichter zu entdecken sein
Ein großer Schwerpunkt von F-Droid 2.0 liegt auf der Frage:
Wie finde ich eigentlich interessante Open-Source-Apps?
Das F-Droid-Repository ist über die Jahre stark gewachsen. Entsprechend schwieriger wurde es, sich einfach durch das Angebot zu klicken.
Der neue Entdecken-Bereich soll dabei helfen.
Dort erscheinen unter anderem:
neu hinzugefügte Apps
kürzlich aktualisierte Anwendungen
besonders häufig heruntergeladene Apps
verschiedene Kategorien und Empfehlungen zum Durchstöbern
F-Droid betont allerdings einen wichtigen Unterschied zu vielen kommerziellen App-Stores: Die App soll Nutzer nicht möglichst lange beschäftigen und verwendet dafür auch kein Tracking.
Deutlich mehr Kategorien
Auch das Kategoriensystem wurde umfangreich überarbeitet.
Statt weniger sehr allgemeiner Bereiche gibt es nun deutlich spezifischere Kategorien.
Dazu zählen beispielsweise Bereiche für:
VPN-Apps
Firewalls
Passwortmanager
Launcher
Navigation
Spiele
Bei Spielen unterscheidet F-Droid 2.0 inzwischen sogar zwischen 17 verschiedenen Genres.
Zusätzlich gibt es übergeordnete Kategorien, die mehrere ähnliche Bereiche zusammenfassen.
Dadurch sollte es deutlich einfacher werden, Apps zu entdecken, ohne bereits ihren genauen Namen zu kennen.
Die Suche kann endlich mehr
Auch die Suche wurde deutlich erweitert.
Bislang musste man teilweise ziemlich genau wissen, wonach man sucht.
F-Droid 2.0 durchsucht nun nicht mehr nur die Namen von Apps, sondern auch:
Beschreibungen
Kategorien
Übersetzungen
Damit kann man beispielsweise einfach nach einer Funktion suchen und passende Apps vorgeschlagen bekommen, selbst wenn der Suchbegriff überhaupt nicht im App-Namen vorkommt.
Zusätzlich merkt sich F-Droid die zuletzt verwendeten Suchbegriffe.
Verbessert wurde außerdem die Suche in chinesischen, japanischen und koreanischen Schriftsystemen.
Neue und umfangreichere Filter
Wer bei seiner App-Auswahl genauer hinschauen möchte, bekommt ebenfalls mehr Möglichkeiten.
Filter lassen sich in F-Droid 2.0 miteinander kombinieren.
Man kann beispielsweise nach einer bestimmten Kategorie suchen und gleichzeitig nur Apps anzeigen lassen, die:
mit dem eigenen Gerät kompatibel sind
bestimmte Eigenschaften besitzen
oder bestimmte sogenannte Anti-Features nicht enthalten
So lässt sich beispielsweise gezielt nach Apps suchen, die nicht von unfreien Netzwerkdiensten abhängig sind.
Gerade für erfahrenere F-Droid-Nutzer dürfte das praktisch sein.
Installationen sollen angenehmer werden
Auch beim eigentlichen Installieren von Apps hat sich etwas getan.
Auf unterstützten Android-Versionen kann F-Droid eine neuere Installationsschnittstelle verwenden.
Damit lässt sich die notwendige Installationsfreigabe bereits vor dem Download bestätigen.
Früher kam die Android-Abfrage teilweise erst, nachdem die komplette APK heruntergeladen worden war.
Dadurch soll sich die Installation deutlich flüssiger anfühlen und näher an das herankommen, was man vom vorinstallierten App-Store eines Smartphones kennt.
Mehrere Downloads gleichzeitig
F-Droid 2.0 kann außerdem mehrere Downloads und Updates gleichzeitig verarbeiten.
Gerade wenn mehrere Apps aktualisiert werden müssen, sollte das den gesamten Vorgang beschleunigen.
Zusätzlich kann die App nun deutlicher auf mögliche Probleme hinweisen – etwa wenn sich der Signierschlüssel einer Anwendung geändert hat.
Das ist insbesondere aus Sicherheitsgründen wichtig.
Updates laufen stärker automatisch
Eine weitere Änderung betrifft die Aktualisierung der Paketquellen und Apps.
F-Droid kann Updates nun stärker im Hintergrund prüfen und installieren.
Dadurch fällt eine bekannte Funktion weg: Das Herunterziehen der App zum manuellen Aktualisieren der Repository-Daten ist nicht mehr vorgesehen.
Wer Updates trotzdem von Hand anstoßen möchte, findet die entsprechende Option weiterhin im Menü unter Meine Apps.
Die bisherigen persönlichen Update-Einstellungen sollen beim Wechsel auf Version 2.0 berücksichtigt werden.
Material You ist ebenfalls dabei
Wer sein Android-Smartphone gerne optisch anpasst, bekommt eine weitere nette Neuerung.
F-Droid 2.0 unterstützt optional Material-You-Farben.
Damit kann sich das Farbschema der Anwendung stärker an das ausgewählte Android-Design beziehungsweise die Systemfarben des Smartphones anpassen.
F-Droid wirkt dadurch deutlich stärker wie eine moderne Android-App und weniger wie eine Anwendung aus einer früheren Android-Generation.
Datenschutzfunktionen bleiben erhalten
Trotz des großen Umbaus möchte F-Droid seine besonderen Datenschutz- und S