Gemini wird vernetzter: Google bindet immer mehr Apps ein

Google baut Gemini immer weiter zu einem zentralen Assistenten aus. Statt nur Fragen zu beantworten oder Texte zu schreiben, soll die KI zunehmend direkt mit den Apps und Diensten zusammenarbeiten, die wir ohnehin täglich verwenden.
Genau dabei macht Google jetzt einen weiteren Schritt.
Immer mehr Drittanbieter-Apps und Dienste lassen sich mit Gemini verbinden. Dazu gehören Anwendungen für Produktivität, Reisen, Restaurants, Musik, Veranstaltungen und sogar Dienstleistungen rund ums eigene Zuhause.
Damit möchte Google erreichen, dass man Aufgaben direkt über Gemini erledigen kann, ohne ständig zwischen verschiedenen Apps wechseln zu müssen.
Gemini wird immer mehr zum zentralen Assistenten
Bisher bestand ein großer Teil der Gemini-Integrationen aus Googles eigenen Diensten.
Dazu gehören beispielsweise:
Gmail
Google Drive
Google Kalender
Google Maps
YouTube
Google Fotos
Inzwischen öffnet Google Gemini aber deutlich stärker für externe Anbieter.
Das Ziel ist ziemlich eindeutig: Man soll Gemini eine Aufgabe geben können und die KI kümmert sich anschließend darum, die benötigten Dienste einzubeziehen.
Statt also erst eine App zu öffnen, etwas zu suchen, anschließend in eine andere App zu wechseln und dort weiterzumachen, könnte künftig ein einziger Auftrag an Gemini reichen.
Diese neuen Apps kommen zu Gemini
Google hat zuletzt eine ganze Reihe neuer Partner angekündigt.
Im Bereich Produktivität und Kreativität kommen unter anderem:
Granola, Otter.ai und Wix
hinzu.
Damit soll Gemini beispielsweise bei der Zusammenfassung von Meetings helfen oder Änderungen an einer eigenen Webseite durchführen können.
Restaurants, Tickets und Reisen direkt über Gemini
Besonders interessant werden die neuen Verbindungen bei alltäglichen Aufgaben.
Gemini kann künftig mit Diensten wie:
Fever
GetYourGuide
Localiza
OpenTable
Ticketmaster
zusammenarbeiten.
Damit könnte man Gemini beispielsweise darum bitten:
„Finde mir am Samstagabend ein italienisches Restaurant und reserviere einen Tisch.“
Oder:
„Welche Konzerte finden nächstes Wochenende in meiner Nähe statt?“
Gemini kann dann auf den jeweiligen Dienst zugreifen und passende Ergebnisse heraussuchen.
Bei unterstützten Anwendungen können anschließend auch konkrete Aktionen vorbereitet oder ausgeführt werden.
Auch Musikdienste werden eingebunden
Die Integration beschränkt sich nicht auf Produktivität und Reisen.
Google nennt außerdem iHeartRadio und Pandora als neue Musikpartner.
Damit lässt sich Gemini beispielsweise bitten, einen bestimmten Radiosender zu starten oder passende Musik beziehungsweise Playlists zu finden.
Das erinnert zunehmend an den klassischen Google Assistant – allerdings mit deutlich leistungsfähigerem Sprachverständnis und wesentlich komplexeren Möglichkeiten.
Handwerker oder Arzt über Gemini suchen
Auch Dienstleistungen gehören inzwischen zum neuen App-Ökosystem.
Google nennt beispielsweise:
Angi
Thumbtack
Zocdoc
als neue Gemini-Verbindungen.
Damit könnte Gemini unter anderem dabei helfen, einen Handwerker für eine bestimmte Aufgabe zu finden oder einen Arzttermin zu organisieren.
Gerade hier zeigt sich, wohin Google mit Gemini möchte.
Die KI soll langfristig nicht nur Informationen liefern, sondern aus einer Anfrage möglichst direkt eine konkrete Handlung machen.
Dropbox, Zillow und Viator sind ebenfalls dabei
Schon zuvor hatte Google weitere Drittanbieter angebunden.
Im Juli kamen unter anderem:
Dropbox, Zillow Rentals und Viator
zu Gemini hinzu.
Über Dropbox kann Gemini beispielsweise Informationen aus gespeicherten Dateien einbeziehen.
Zillow Rentals kann bei der Suche nach einer Wohnung helfen und Viator lässt sich für Reiseaktivitäten verwenden.
Die Liste der unterstützten Dienste wächst damit ziemlich schnell.
Gemini kann bereits mit mehr als 40 Apps arbeiten
Google selbst spricht inzwischen davon, dass Gemini auf Android Aktionen über mehr als 40 beliebte Apps hinweg automatisieren kann.
Dazu gehören beispielsweise das Reservieren von Tischen, Reiseplanung oder andere alltägliche Aufgaben.
Damit entwickelt sich Gemini zunehmend weg vom klassischen Chatbot.
Statt:
„Hier ist die Antwort auf deine Frage.“
geht es immer häufiger in Richtung:
„Ich erledige das für dich.“
Auch Google Workspace öffnet sich für Drittanbieter
Besonders weit geht Google inzwischen bei Gemini in Google Workspace.
Seit September werden dort zusätzliche Verbindungen zu bekannten Business-Diensten eingeführt.
Dazu gehören:
Asana
Atlassian Rovo
HubSpot
Mailchimp
QuickBooks
Monday
Salesforce
Die Anbindungen verwenden unter anderem das Model Context Protocol – kurz MCP.
Damit kann Gemini Informationen aus diesen Diensten direkt innerhalb von Gmail, Docs, Drive, Sheets oder Chat verwenden.
Ein ständiger Wechsel zwischen Browser-Tabs soll dadurch zunehmend überflüssig werden.
Was ist MCP?
Das Model Context Protocol kann man vereinfacht als eine gemeinsame Schnittstelle für KI-Systeme und externe Anwendungen verstehen.
Statt für jede einzelne App eine komplett eigene Verbindung entwickeln zu müssen, kann ein Dienst über eine standardisierte Schnittstelle mit einem KI-Agenten kommunizieren.
Für Gemini ist das besonders interessant.
Google hatte bereits zur I/O 2026 angekündigt, dass der KI-Agent Gemini Spark künftig über MCP mit Drittanbieter-Werkzeugen zusammenarbeiten soll.
Damit könnte die Zahl der kompatiblen Dienste künftig deutlich schneller wachsen.
Natürlich nur mit Berechtigung
Eine wichtige Sache sollte man dabei nicht vergessen:
Gemini erhält nicht automatisch Zugriff auf sämtliche verbundenen Anwendungen.
Die entsprechenden Dienste müssen zunächst vom Nutzer verbunden beziehungsweise aktiviert werden.
Google betont bei seinen „Connected Apps“, dass Nutzer selbst entscheiden können, welche Apps mit Gemini verbunden werden.
Gerade bei Anwendunge