Gemini-App vor Umbau: Google arbeitet an neuer Struktur

Google arbeitet offenbar erneut an der Oberfläche seiner Gemini-App für Android. Nachdem der KI-Assistent in den vergangenen Monaten immer mehr Funktionen erhalten hat, scheint nun vor allem eines auf der To-do-Liste zu stehen: mehr Ordnung.
Aktuelle Hinweise in der Google-App zeigen, dass Google die Einstellungen von Gemini deutlich überarbeiten könnte. Besonders das bisher ziemlich vollgestopfte Konto-Menü soll dabei aufgeräumt werden.
Noch handelt es sich allerdings um Änderungen, die sich in Entwicklung befinden. Ob Google sie genauso für alle Nutzer veröffentlicht, ist daher noch nicht sicher.
Das Konto-Menü ist inzwischen ziemlich voll
Wer Gemini regelmäßig verwendet, dürfte das Problem kennen.
Über das Profilbild beziehungsweise das Google-Konto-Menü erreicht man inzwischen eine ganze Reihe verschiedener Funktionen und Einstellungen. Mit jeder neuen Gemini-Funktion ist diese Liste länger geworden.
Google scheint das inzwischen selbst etwas zu viel zu werden.
In einer aktuellen Testversion werden zahlreiche Gemini-Einstellungen aus dem Konto-Menü entfernt und stattdessen in einen eigenen Bereich für die Gemini-Einstellungen verschoben.
Das Konto-Menü würde dadurch wieder deutlich übersichtlicher werden und sich stärker auf tatsächlich kontobezogene Funktionen konzentrieren.
Einstellungen sollen sinnvoller sortiert werden
Die eigentlichen Gemini-Einstellungen sollen gleichzeitig neu strukturiert werden.
Google testet derzeit eine Aufteilung in verschiedene Kategorien. Dazu gehören unter anderem:
Einstellungen beziehungsweise Präferenzen
Daten & Datenschutz
Hilfe und Support
Einige Funktionen sollen zusätzlich eigene Unterseiten erhalten.
Dazu gehören beispielsweise Einstellungen für:
Sprache und Stimme
Gerätesteuerung
weitere Gemini-Funktionen
Statt einer langen Liste mit unterschiedlichsten Optionen würde man sich damit Schritt für Schritt durch logisch getrennte Bereiche bewegen.
Die Suche nach alten Chats wird ebenfalls überarbeitet
Nicht nur die Einstellungen könnten sich verändern.
Google arbeitet offenbar auch an einer verbesserten Suche innerhalb der Gemini-Unterhaltungen.
Bisher werden Suchergebnisse hauptsächlich nach ihrer Relevanz angezeigt.
Künftig könnte man zwischen:
„Am relevantesten“
und
„Am neuesten“
wechseln.
Damit wäre es beispielsweise leichter, einen Chat wiederzufinden, den man erst vor wenigen Tagen geführt hat, dessen genauen Inhalt man aber nicht mehr kennt.
Zusätzlich testet Google offenbar, die Suchleiste weiter nach unten zu verschieben. Das könnte vor allem auf größeren Smartphones die Bedienung mit einer Hand erleichtern.
Auch neue Symbole neben den einzelnen Chat-Ergebnissen werden getestet.
„Discover Ideas“ soll zeigen, was Gemini alles kann
Ein weiterer neuer Bereich trägt aktuell den Namen „Discover Ideas“.
Die Funktion ist noch nicht vollständig umgesetzt. In der derzeitigen Testversion erscheint lediglich ein Hinweis, dass dort Ideen und Inspirationen entdeckt werden können.
Die Richtung ist allerdings ziemlich eindeutig.
Gemini besitzt inzwischen so viele Funktionen, dass viele Nutzer vermutlich gar nicht wissen, was der KI-Assistent inzwischen alles kann.
„Discover Ideas“ könnte deshalb eine Art Inspirationsbereich werden, der beispielsweise zeigt, wofür Gemini verwendet werden kann.
Denkbar wären etwa Vorschläge für:
Bilderstellung
Recherche
Reiseplanung
Texte
Dokumentenanalyse
Programmierung
Aufgaben mit Gemini Spark
verbundene Google-Dienste
Wie der Bereich letztendlich aussehen wird, ist bislang aber noch offen.
Chat und Aufgaben sollen stärker getrennt werden
Google experimentiert außerdem mit neuen Schaltflächen auf der Startseite von Gemini.
Neben dem klassischen Chat soll offenbar die Möglichkeit stärker hervorgehoben werden, der KI richtige Aufgaben zu übertragen.
Eine zuvor getestete Schaltfläche mit der Bezeichnung „Assign“ wurde inzwischen offenbar in „Task“ umbenannt.
Das passt zu Googles größerer Strategie rund um Gemini.
Der KI-Assistent soll langfristig nicht mehr nur Fragen beantworten, sondern auch selbstständig Aufgaben erledigen.
Mit Gemini Spark hat Google bereits einen persönlichen KI-Agenten vorgestellt, der komplexere Aufgaben übernehmen und mit Diensten wie Gmail, Docs und weiteren Anwendungen zusammenarbeiten kann.
Neue Option „Tasks on Android“ entdeckt
Besonders interessant ist deshalb ein neuer Eintrag, der in den getesteten Einstellungen aufgetaucht ist:
„Tasks on Android“
Was genau dahintersteckt, ist bislang allerdings nicht bekannt.
Möglich wäre eine Verbindung zu Gemini Spark oder anderen agentischen Funktionen von Gemini.
Die Beschreibung in der Testversion reicht derzeit noch nicht aus, um eindeutig sagen zu können, welche Aufgaben Gemini darüber auf dem Smartphone erledigen soll.
Hier dürfte Google in Zukunft noch einiges nachreichen.
Gemini wurde erst vor wenigen Monaten komplett neu gestaltet
Interessant ist, dass Google die Gemini-Oberfläche eigentlich erst im Mai 2026 umfassend überarbeitet hatte.
Mit der neuen Designsprache „Neural Expressive“ führte Google unter anderem:
neue Animationen
kräftigere Farben
neue Schriftgestaltung
haptisches Feedback
eine engere Integration von Gemini Live
ein.
Die jetzt entdeckten Änderungen sind deshalb weniger ein komplett neues Design als vielmehr eine Aufräumaktion innerhalb der App.
Das ergibt durchaus Sinn.
Je mehr Funktionen Google in Gemini integriert, desto schwieriger wird es, diese übersichtlich unterzubringen.
Gemini wird immer umfangreicher
Aus einem relativ einfachen KI-Chatbot ist inzwischen eine ziemlich umfangreiche Plattform geworden.
Gemini kann unter anderem:
Fragen beantworten
Texte schreiben und überarbeiten
Bilder erzeugen
Dokumente analysieren
Dateien zusammenfassen
mit Google-Diensten zusammenarbeiten
Live-Gespräche führen
recherchieren
und zunehmend selbstständig Aufgaben erledigen
Google hat im Mai 2026 außerdem angekündigt, Gemini stärker zu einem proaktiven Assistenten auszubauen. Dazu gehören Funktionen wie Daily Brief und der KI-Agent Gemini Spark.
Da überrascht es eigentlich nicht, dass die Benutzeroberfläche irgendwann hinterherkommen muss.
Noch ist nichts offiziell
Bei den entdeckten Änderungen sollte man allerdings vorsichtig sein.
Sie stammen aus einer Analyse der aktuellen Google-App und konnten dort teilweise manuell aktiviert werden.
Das bedeutet nicht automatisch, dass Google alle Funktionen genauso veröffentlichen wird.
Bei sogenannten APK-Teardowns werden häufig Funktionen entdeckt, die sich noch mitten in der Entwicklung befinden. Einige davon erscheinen später verändert – andere verschwinden komplett wieder.
Einen offiziellen Termin für die neue Einstellungsoberfläche gibt es derzeit nicht.
Fazit
Die geplante Überarbeitung dürfte keine spektakuläre neue Gemini-Funktion bringen – aber möglicherweise etwas, das die App inzwischen dringend gebrauchen kann:
mehr Übersicht.
Das Konto-Menü ist mit den vielen neuen Funktionen zunehmend voll geworden. Einstellungen, Datenschutzoptionen, Gerätesteuerung und andere Bereiche klar voneinander zu trennen, wäre deshalb eine sinnvolle Verbesserung.
Auch die überarbeitete Chat-Suche und ein möglicher „Discover Ideas“-Bereich könnten die Bedienung angenehmer machen.
Spannender ist allerdings der neue Eintrag „Tasks on Android“.
Sollte Google darüber Gemini Spark oder ähnliche KI-Agenten stärker auf Android bringen, könnte sich Gemini künftig noch weiter von einem klassischen Chatbot entfernen.
Dann wäre Gemini nicht mehr nur die KI, die man etwas fragt – sondern zunehmend die KI, der man etwas zu erledigen gibt.