The Witcher 3 Remastered: Geralt kehrt technisch überarbeitet zurück

Mehr als elf Jahre nach dem ursprünglichen Release schickt CD Projekt Red Geralt von Riva noch einmal auf den Pfad.
Am 29. September 2026 erscheint The Witcher 3: Wild Hunt – Remastered für PC, PlayStation 5, Xbox Series X|S und erstmals nativ für die Nintendo Switch 2. Dabei handelt es sich allerdings nicht einfach nur um ein paar höhere Texturauflösungen.
CD Projekt Red hat Grafik, Beleuchtung, Performance, Steuerung, Kampfsystem, Fähigkeiten, Fotomodus und zahlreiche Komfortfunktionen überarbeitet. Für Besitzer des Spiels ist die Remastered-Version auf unterstützten Plattformen zudem kostenlos.
Der Hexer bekommt eine weitere Frischzellenkur
Eigentlich sah The Witcher 3 bereits nach dem großen Next-Gen-Update ziemlich ordentlich aus.
Für die neue Remastered-Version legt CD Projekt Red aber noch einmal nach.
Zu den grafischen Verbesserungen gehören unter anderem:
ein überarbeitetes Schattierungsmodell
verbesserte Texturen und Modelle
bessere Beleuchtung von Gras und Vegetation
überarbeitete Landschaften und Materialien
verbesserte Zeichen-Effekte
neue Effekte für Fähigkeiten
eine neue Image-Based-Lighting-Technologie
verbesserter Bloom
überarbeitetes Subsurface Scattering für Haut
hochwertigere Bewegungsunschärfe
Ein Teil der neuen Texturen und Modelle basiert dabei auf Assets des bekannten The Witcher 3 HD Reworked Project.
Damit fließt sogar Arbeit aus der Modding-Community direkt in die offizielle Version des Spiels ein.
Mehr Raytracing und Path Tracing auf dem PC
Besonders auf dem PC darf die Remastered-Version ordentlich mit der Grafikmuskulatur spielen.
Neu sind unter anderem Path Tracing sowie Raytracing-Unterstützung für HairWorks. Damit sollen Haare, Beleuchtung, Schatten und Reflexionen deutlich realistischer wirken.
Hinzu kommen aktuelle Upscaling- und Frame-Generation-Technologien:
NVIDIA DLSS 4.5 inklusive Ray Reconstruction
AMD FSR 4 inklusive Frame Generation und Anti-Lag 2
Intel XeSS 2.0 inklusive Frame Generation und Low Latency
Außerdem verwendet das Spiel nun natives DirectX-12-Rendering mit Multithreading, was sowohl Performance als auch Grafik zugutekommen soll.
Wer die PC-Version mit allen Reglern am Anschlag spielen möchte, sollte allerdings vorher einen Blick auf die neuen Systemanforderungen werfen. CD Projekt Red weist ausdrücklich darauf hin, dass diese aufgrund der umfangreichen Änderungen angepasst wurden.
Nicht nur die Grafik wurde überarbeitet
Interessanter finde ich persönlich allerdings, dass CD Projekt Red nicht bei hübscheren Schatten und schärferen Texturen aufgehört hat.
Auch das eigentliche Spiel wurde an mehreren Stellen verändert.
Besonders auffällig ist das neue Fähigkeitensystem.
Die Fähigkeiten werden jetzt in einem richtigen Fähigkeitenbaum dargestellt und besitzen jeweils drei Ränge. Neue Fähigkeiten werden nicht mehr einfach dadurch freigeschaltet, dass eine bestimmte Anzahl an Punkten ausgegeben wurde. Stattdessen müssen zunächst die vorausgehenden Fähigkeiten freigeschaltet werden.
Der gesamte Baum wurde außerdem neu ausbalanciert.
Wichtig für bestehende Spielstände:
Die bereits vergebenen Fähigkeitenpunkte werden wegen dieser Änderungen zurückgesetzt.
Man muss Geralt also nicht komplett neu hochleveln, darf seine Punkte aber erneut verteilen.
Monster kämpfen intelligenter
Auch Geralts Gegner haben offenbar etwas dazugelernt.
CD Projekt Red hat das Kampfverhalten praktisch aller normalen Monster überarbeitet.
Verbessert wurden unter anderem:
Angriffsmuster
Gegenangriffe
Bewegungen
Reaktionen
Rückzugsverhalten
Statuseffekte
Bosse sind von dieser grundlegenden Überarbeitung ausgenommen.
Damit könnten selbst Spieler, die The Witcher 3 inzwischen auswendig kennen, bei einigen Kämpfen überrascht werden.
Geralt bewegt sich geschmeidiger
Wer The Witcher 3 kennt, weiß allerdings auch:
Geralts Bewegungen konnten gelegentlich etwas… sagen wir mal eigenwillig sein.
Auch daran hat CD Projekt Red gearbeitet.
Überarbeitet wurden unter anderem:
Sprunganimationen
Kletterbewegungen
Bewegungen über Hindernisse
Kampfbewegungen
Zielwechsel
neue Finisher
neue Idle-Animationen
Auch Plötze bekommt Verbesserungen.
Die Animationen beim Auf- und Absitzen sowie beim Kantern und Galoppieren wurden verändert. Zusätzlich gibt es einen neuen Regler für die Empfindlichkeit der Pferdesteuerung.
Ob Plötze deshalb künftig nicht mehr spontan auf irgendeinem Dach auftaucht, bleibt abzuwarten.
Manche Traditionen sollte man schließlich respektieren.
Transmog kommt endlich ins Spiel
Eine besonders schöne Neuerung betrifft Geralts Ausrüstung.
Mit der Remastered-Version wird eine Transmog-Funktion eingeführt.
Damit lässt sich das Aussehen eines Ausrüstungsgegenstandes verändern, ohne dessen eigentliche Werte zu beeinflussen.
Wer also eine starke Rüstung besitzt, die optisch überhaupt nicht gefällt, kann ihr künftig das Aussehen einer anderen freigeschalteten Ausrüstung geben.
Diese Dienstleistung übernehmen die meisterlichen Handwerker Yoana und Hattori. Neue Designs werden freigeschaltet, sobald entsprechende Ausrüstung oder Handwerksschemata ins Inventar gelangen.
Endlich muss Geralt also nicht mehr aussehen wie jemand, der sich im Dunkeln aus fünf verschiedenen Rüstungssets angezogen hat.
Beute wird weniger nervig
Auch beim Einsammeln von Gegenständen gibt es Verbesserungen.
Mehrere Beuteobjekte in unmittelbarer Nähe können nun in einem gemeinsamen Fenster zusammengefasst werden.
Zusätzlich gibt es:
einen Beuteverlauf
Tooltips direkt im Beutefenster
die Möglichkeit, Gegenstände von Plötze aus einzusammeln
Gerade Letzteres klingt nach einer kleinen Änderung, dürfte im Alltag aber ziemlich angenehm sein.
Wer Kräuter am Wegesrand einsammelt, muss also nicht mehr ständig vom Pferd springen.
Meditation wird immersiver
Auch das Meditieren wurde optisch verändert.
Statt einfach nur einen Menübildschirm anzuzeigen, läuft künftig ein Zeitraffer direkt in der Spielwelt.
Dadurch kann man beobachten, wie sich Tageszeit und Umgebung verändern, während Geralt meditiert.
Eine kleine Änderung, die aber ziemlich gut zur Atmosphäre des Spiels passen dürfte.
Die Karte wird übersichtlicher
Der Kartenbildschirm erhält ebenfalls einige Verbesserungen.
Nicht aktiv verfolgte Quests bekommen eigene Markierungen und lassen sich direkt auf der Karte auswählen.
Zusätzlich können verschiedene Symbole von der Minikarte entfernt werden.
Dazu gehören beispielsweise:
Kräuter
Boote
Leichen
Gerade auf einer vollgepackten Minikarte dürfte das für deutlich mehr Übersicht sorgen.
Fotomodus wird massiv ausgebaut
Wer gerne Screenshots macht, bekommt wahrscheinlich eines der größten Upgrades.
Der Fotomodus wird erheblich erweitert.
Neu sind unter anderem:
mehrere platzierbare Charaktere
verschiedene Posen
Gesichtsausdrücke
frei einstellbare Blickrichtungen
platzierbare Lichtquellen
veränderbare Lichtfarbe und Helligkeit
Wettersteuerung
Tageszeitsteuerung
verschiedene Seitenverhältnisse
speicherbare Kamerapositionen
platzierbare Umgebungsobjekte
ausblendbare NPCs
First-Person-Kamera
optionale Drittel-Regel-Linien
schwarze Filmbalken
Damit entwickelt sich der Fotomodus fast schon zu einem kleinen virtuellen Fotostudio.
Gerade bei einer Welt wie der von The Witcher 3 dürfte das für einige ziemlich beeindruckende Screenshots sorgen.
Mehr Barrierefreiheit
CD Projekt Red baut außerdem die Barrierefreiheitsfunktionen aus.
Dafür gibt es nun einen eigenen Bereich innerhalb der Einstellungen.
Neu hinzugekommen ist außerdem die Voreinstellung „Ballade des Barden“.
Sie richtet sich an Spieler, die beispielsweise mit mentaler Erschöpfung oder Konzentrationsproblemen zu kämpfen haben und das Abenteuer etwas entspannter erleben möchten.
Dabei können unter anderem folgende Funktionen aktiviert werden:
erhöhte Vitalitätsregeneration
unendlicher Atem beim Schwimmen
unzerstörbare Ausrüstung
unzerstörbare Boote
kein Gewichtslimit für Gegenstände
schnellere Boote
Hexersinne per Ein-/Ausschalter statt gedrückter Taste
Die einzelnen Optionen lassen sich zusätzlich individuell anpassen.
Mods jetzt auch plattformübergreifend
Eine besonders große Neuerung betrifft das Modding.
The Witcher 3 Remastered bekommt eine integrierte Cross-Plattform-Mod-Unterstützung über mod.io.
Über einen neuen Punkt „Mods“ im Hauptmenü können Inhalte durchsucht und installiert werden.
Damit kommen Mods auch auf unterstützte Konsolen.
Zusätzlich wurde REDkit weiter verbessert, damit Modder ihre Inhalte einfacher entwickeln und verwalten können.
Für ein Spiel, das inzwischen mehr als elf Jahre alt ist, könnte das die Lebensdauer noch einmal erheblich verlängern.
Nintendo Switch 2 bekommt eine native Version
The Witcher 3 erschien bereits für die ursprüngliche Nintendo Switch und sorgte dort damals durchaus für Staunen.
Nun erhält auch die Nintendo Switch 2 eine speziell angepasste native Remastered-Version.
Dort unterstützt das Spiel unter anderem:
Bewegungssteuerung
Gyroskop-Zielen
Touchscreen-Eingabe
Maussteuerung über Joy-Con 2
HD Rumble
VRR
HDR
Wer bereits die ursprüngliche Switch-Version besitzt, kann ebenfalls auf die Switch-2-Version von Remastered upgraden.
PlayStation 5 Pro und Xbox Play Anywhere
Auch die anderen Konsolen bekommen einige plattformspezifische Extras.
Auf der PlayStation 5 Pro gibt es entsprechende Unterstützung für die leistungsfähigere Hardware.
Auf der PlayStation 5 wurde außerdem Multithread-Rendering implementiert.
Xbox-Spieler bekommen dagegen Xbox Play Anywhere. Dadurch lässt sich das Abenteuer zwischen Xbox Series X|S, PC und kompatiblen Handhelds fortsetzen.
Hearts of Stone und Blood and Wine sind dabei
Die beiden hervorragenden Erweiterungen:
Hearts of Stone
und
Blood and Wine
sind ebenfalls Bestandteil der Remastered-Version.
Noch besser:
Besitzer des Grundspiels haben inzwischen Zugriff auf beide Erweiterungen ohne zusätzliche Kosten. CD Projekt Red hatte das bereits bei der Ankündigung auf der gamescom bekannt gegeben.
Gerade Blood and Wine fühlt sich mit Toussaint ohnehin fast wie ein eigenes Spiel an.
Wer The Witcher 3 damals nur in der Grundversion gespielt hat, bekommt damit noch einmal eine Menge zusätzlichen Inhalt.
Und Geralt ist danach noch nicht fertig
Das Remaster ist übrigens nicht Geralts endgültiger Abschied.
Für 2027 hat CD Projekt Red mit Songs of the Past eine komplett neue kostenpflichtige Erweiterung angekündigt.
Geralt reist darin in die neue Region Letten.
Auf den ersten Blick handelt es sich um eine friedliche Gegend voller ländlicher Traditionen und Feste. Natürlich wäre es kein Witcher-Abenteuer, wenn unter der hübschen Oberfläche nicht irgendetwas ziemlich Düsteres lauern würde.
Neben neuen Gegnern erhält Geralt dort auch neue Fähigkeiten und eine interessante neue Waffe:
eine Kette.
Fans des ersten Witcher-Spiels dürften dabei wahrscheinlich direkt wissen, worauf CD Projekt Red anspielt.
Kostenloses Upgrade für bestehende Besitzer
Vielleicht die beste Nachricht bleibt allerdings der Preis.
Wer The Witcher 3 bereits besitzt, kann innerhalb des jeweiligen unterstützten Plattform-Ökosystems kostenlos auf die Remastered-Version wechseln.
Das gilt für frühere physische und digitale Versionen auf den entsprechenden Plattformen.
Neu erscheint das Spiel außerdem auf Battle.net und erstmals nativ auf Nintendo Switch 2.
Damit verlangt CD Projekt Red von langjährigen Spielern nicht noch einmal Geld für die technische Überarbeitung.
Ein elf Jahre altes Spiel mit erstaunlich viel Leben
The Witcher 3 erschien ursprünglich 2015.
Seitdem wurde das Rollenspiel mehrfach erweitert und technisch überarbeitet.
Trotz seines Alters hat es sich inzwischen mehr als 65 Millionen Mal verkauft und über 250 Game-of-the-Year-Auszeichnungen erhalten.
Dass CD Projekt Red elf Jahre später noch einmal eine derart umfangreiche Überarbeitung veröffentlicht – und gleichzeitig eine komplett neue Erweiterung vorbereitet – ist durchaus ungewöhnlich.
Das dürfte allerdings auch zeigen, welche Bedeutung The Witcher 3 weiterhin für das Studio besitzt.
Fazit: Mehr als nur frischer Lack
Der Name Remastered klingt zunächst nach dem üblichen Paket aus höheren Texturauflösungen, etwas Raytracing und vielleicht stabilerer Performance.
CD Projekt Red geht aber deutlich weiter.
Das neue Grafikmodell, Path Tracing, überarbeitete Animationen und moderne Upscaling-Technologien sorgen für die hübschere Verpackung.
Spannender sind allerdings die Änderungen darunter.
Der neue Fähigkeitenbaum, überarbeitetes Monsterverhalten, Transmog, umfangreicher Fotomodus, bessere Beuteverwaltung, neue Barrierefreiheitsfunktionen und Cross-Plattform-Mods verändern auch das eigentliche Spielerlebnis.
Damit ist The Witcher 3: Wild Hunt – Remastered keine komplette Neuerfindung.
Und das muss es auch gar nicht sein.
Geralt bekommt vielmehr genau das, was der Titel verspricht:
frischen Lack, einige neue Tricks und noch einmal einen guten Grund, Plötze zu satteln und auf den Pfad zurückzukehren.